Ultraschallzahnbürsten

Zahnpflege wird häufig unterschätzt und vernachlässigt. Meist bedauert man dies im fortgeschrittenen Alter, wenn ein Zahn nach dem anderen verloren geht. Einen wirklichen Grund für eine derartige Vernachlässigung kann es objektiv nicht geben. Zähne ziehen, bohren und schleifen, all das ist schmerzhafter als eine ordentliche Zahnpflege. Der Großteil der Patienten sitzt – angsterfüllt – auf dem Zahnarztstuhl und denkt: „Warum habe ich nicht … ?“

Selbst Fachleuten fehlt die Übersicht

Doch angesichts der heutigen Auswahl von Mundpflegeprodukten ist die Entscheidung gar nicht so einfach.
Die Vielzahl von Handzahnbürsten ist unüberschaubar, dazu kommt eine inzwischen recht ansehnliche Zahl von elektrischen Zahnbürsten unterschiedlichster Systeme für die Zahnpflege in Betracht. Von entscheidender Bedeutung sind, neben anderen Dingen, das Handling, die Putztechnik und die Bürstenköpfe, die auf die Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt sein müssen.

Alle Zahnbürsten erfüllen ihren Zweck und putzen recht gut, aber einige putzen besser. Vielfach herrscht Unsicherheit über die Möglichkeiten der einzelnen Systeme elektrischer Zahnbürsten. Hinzu kommen Unsicherheiten oder Unkenntnis hinsichtlich der Modelle und der verwendeten Technologie. Selbst Zahnärzte haben häufig nicht den richtigen Überblick. Da nehmen Sie am besten „die Ultraschall-Zahnbürste von Philips“ oder „die Sonicare von Grundig“: An solchen Aussagen können Sie unschwer erkennen, dass Zahnärzte anscheinend selbst nicht ausreichend über den Unterschied zwischen Ultraschall-Zahnbürsten und Schall-Zahnbürsten informiert sind, häufig sogar noch die Marken durcheinanderbringen. Höchste Zeit also für einen Ultraschall-Zahnbürsten-Ratgeber.

Ultraschall-Zahnbürsten

Der Unterschied zwischen einer normalen elektrischen Zahnbürste und einer Ultraschall-Zahnbürste besteht hauptsächlich in der angewandten Technik. Die einfache elektrische Zahnbürste arbeitet mit Bewegungen des Bürstenkopfes und mit Druck auf den Zahn. Die Reinigung erfolgt damit mechanisch – vergleichbar mit der Verwendung von Scheuermilch oder Eiskratzern an zugefrorenen Autoscheiben. Ultraschallzahnbürsten arbeiten hingegen druck- und bewegungslos durch Luftschwingungen. Die Reinigung erfolgt damit non-abrasiv (RDA = 0), wodurch Reizungen des Zahnfleisches verhindert werden. Das „Geheimnis“ der Reinigungswirkung liegt dabei in der Zahncreme:

Durch den Speichel, in Verbindung mit einer speziellen Zahncreme für Ultraschall-Zahnbürsten, gelangen kleine Mikroblasen (3,5 Millionen pro Kubikmillimeter) auch in sonst schwer erreichbare Zwischenräume und beseitigen dort Speisereste. Bei 1,6 Millionen Schwingungen pro Sekunde wird keine Region ausgelassen. Die Arbeitsweise einer Ultraschall-Zahnbürste mitsamt der speziellen Zahncreme klingt zunächst etwas spaßig, ist es aber keineswegs. Es steckt durchaus System in der Anwendung.

Sie bringen einen Tupfer der Zahncreme auf die Bürste des Gerätes. Durch die rasend schnellen Schwingungen werden in der Zahncreme Luftbläschen erzeugt, die im weiteren Verlauf implodieren. Dieser Vorgang sorgt schließlich für die Reinigung. Der Schmutz wird bei der Implosion der Blasen von den Zähnen, vom Zahnfleisch und aus den Zahnfleischtaschen entfernt. Diesen Effekt können normale Zahnpasten und Geräte nicht erzeugen. Überschall-Zahnbürste, wie die Ultraschall-Zahnbürste auch oft genannt wird, ist deshalb sicherlich kein unberechtigter Name.

Die Reichweite, mit der die Ultraschall-Zahnbürste selbst in kleinste Zwischenräume hinein effizient und zuverlässig säubert, ist sicherlich ihr größter Vorteil. Selbst Verfärbungen des Zahnschmelzes, welche durch Kaffee, Tee oder Rauchen entstehen, werden verringert oder sogar vollständig beseitigt.

Die klassische elektrische Zahnbürste

Bei diesem System handelt es sich um Zahnbürsten mit einem oszillierenden, runden Bürstenkopf. Die Technik ist sicherlich ein wenig veraltet. Das heißt allerdings nicht, dass sie schlecht ist. Wenn Sie nicht von Zahnfleischproblemen gequält werden, Zahnhälse freiliegen oder auch sonst alles in Ordnung ist (kein Zahnstein, keine Brackets, schiefe Zähne, oder Zahnverfärbungen), sind einfache elektrische Zahnbürsten gute Hilfen bei der Zahnpflege.

Gelegentlich gibt es die Empfehlung, bei der elektrischen Zahnbürste möglichst weiche Borsten zu verwenden, damit Putzfehler am Zahnfleisch vermieden werden. Dies ist auf der einen Seite nicht falsch, hat aber wieder eine andere negative Folge: Durch die geringere Reibung der weicheren Borsten wird auch die Reinigungsleistung verringert, wodurch länger geputzt werden muss, um den gleichen Effekt zu erzielen. Wird die Zahnbürste nicht richtig angewendet kommt es zu Putzfehlern, die freiliegende Zahnhälse, Verschlimmerung von Zahntaschen, Parodontitis oder Zahnfleischrückgang zur Folge haben können. Sie kommen daher nicht um die Feststellung herum, dass Schallzahnbürsten Putzfehler eher verzeihen und letztlich auch gründlicher arbeiten.

Schallzahnbürsten

Schallzahnbürsten reinigen mittels mechanischer Schwingungen von in der Regel ca. 30.000 Schwingungen pro Minute, was ca. 500 Hz entspricht und unter dem Bereich liegt, in dem von Ultraschall gesprochen wird. Ihre mechanische Reinigung hat einen „abrasiven“ Effekt. Das bedeutet, dass – in unterschiedlich großem Umfang – beim Putzen auch Zahnsubstanz abgetragen wird. Der RDA-Wert (Messverfahren zur Ermittlung der abtragenden Wirkung) liegt zwischen 70 und 130 und damit im mittleren Bereich. Achten Sie bei den Modellen von Schall-Zahnbürsten neben den technischen Daten unbedingt auch auf den Putzeffekt. Die höchste Schwingungszahl bedeutet nicht automatisch auch die effizienteste Form der Massagewirkung und Zahnreinigung.

Sind Ultraschall-Zahnbürsten eine sinnvolle Investition?

Beim Putzen mit herkömmlichen Zahnbürsten, „Schrubben“ wäre dabei das passendere Wort, wird das Zahnfleisch und der Zahnschmelz häufig eher verletzt als gepflegt. Darunter leidet ganz besonders, wer empfindliche Zähne und Zahnfleisch hat. In diesen Fällen sind Ultraschall-Zahnbürsten sehr gut geeignet, da man hiermit diesen Negativeffekt verhindert.

Sofern man überhaupt von einem Nachteil sprechen kann, den Ultraschall-Zahnbürsten haben, dann könnte man auf den ersten Blick die Kosten ins Spiel führen. Natürlich sind sie teurer als eine normale Zahnbürste und auch kostspieliger, als eine einfache elektrische Zahnbürste. Das relativiert sich allerdings durch die Langlebigkeit der Zahnbürste.

Und spätestens, wenn um Sie herum alle Benutzer von normalen Zahnbürsten wegen Zahnersatz zum Dentisten müssen und nur Sie die Ausnahme darstellen, wissen Sie, dass die Anschaffung einer Ultraschall-Zahnbürste Ihnen auf lange Sicht Geld gespart hat. Im Vergleich zu dem meist mehrere Tausend Euro teuren Zahnersatz ist eine Ultraschall-Zahnbürste konkurrenzlos günstig.

Die Antwort auf die Frage, ob Sie besser eine einfache elektrische Zahnbürste oder eine mit Schall bzw. Ultraschall nutzen sollen, ist meist nur durch praktische Argumente zu lösen. Wollen Sie möglichst komfortabel putzen und gute Ergebnisse erzielen, sind Sie in der Regel mit Schallbürsten, und hier wiederum mit der Ultraschall-Zahnbürste, besser bedient.