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Ultraschallzahnbürsten und Schallzahnbürsten: Welche elektrische Zahnbürste ist die richtige?

Eine gute Zahnpflege erhält die Zahngesundheit und beugt Schäden vor, die nicht nur unangenehm, sondern auch richtig teuer werden können. Wie viel Pflege nötig ist und auf welchen Bereich sie sich konzentrieren sollte, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Davon ist auch abhängig, welche die „richtige Zahnbürste“ ist. Neben der klassischen Handzahnbürste gibt es drei Varianten der elektrischen Zahnbürste: Schallzahnbürsten, Ultraschallzahnbürsten und Rotationszahnbürsten. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile einer Ultraschallzahnbürste.

Was ist eine Ultraschallzahnbürste und was unterscheidet sie von anderen elektrischen Zahnbürsten?

Die Besonderheiten einer Ultraschallzahnbürste sind am einfachsten im direkten Vergleich mit ihren elektrischen Schwestern zu verstehen. Das Geheimnis vorweg: Schall- und Rotationsbürsten reinigen durch Reibung mit ihren Borsten, Ultraschallzahnbürsten durch Übertragung von Schwingungen auf eine spezielle Zahncreme.

Rotationszahnbürsten

Elektrische Zahnbürsten, die mit dem Rotationsprinzip arbeiten, sind im Handel in der Regel daran zu erkennen, dass sie nur „elektrische Zahnbürste“ genannt werden. Schall- und Ultraschallzahnbürsten sind zwar ebenfalls elektrische Zahnbürsten, führen aber immer einen entsprechenden Hinweis in ihrem Namen. Rotationszahnbürsten besitzen, mit wenigen Ausnahmen, einen runden Bürstenkopf, der sich im Halbkreis hin- und herdreht. Es ist dieselbe Bewegung, die auch mit einer Handzahnbürste durchgeführt werden sollte, nur eben automatisch. Diese Art der Bewegung wird auch „oszillieren“ genannt.

Schallzahnbürsten

Schallzahnbürste tragen zwar den Schall im Namen, arbeiten aber ebenfalls mechanisch. Dass es sich hierbei um eine eigene Kategorie von elektrischen Zahnbürsten handelt, ist dennoch gerechtfertigt: Während „normale“ elektrische Zahnbürsten (in der Regel) mit runden Bürstenköpfen ausgestattet sind, die sich hin- und herdrehen, arbeiten Schallzahnbürsten auf einer höheren Frequenz und mit länglichen Bürstenköpfen, die vibrieren. Das bedeutet, dass die Bewegungen einer Schallzahnbürste sehr viel schneller sind als die einer Rotationszahnbürste. Dadurch werden auch die Flüssigkeiten im Mund in Bewegung gebracht, welche die Borsten bei ihrer mechanischen Reinigungswirkung unterstützen. Die sonst empfohlene Drehbewegung ist so nicht mehr nötig.

„Echte“ Ultraschallzahnbürsten

Ultraschallzahnbürsten zeigen die Besonderheit, dass sie nicht durch die Reibung des Bürstenkopfes reinigen, sondern indem sie Flüssigkeit und Reinigungsmasse in Schwingung versetzen. Diese Schwingungen erreichen den Bereich von Ultraschall, welcher ab 16 kHz beginnt. Hierbei entstehen in der Zahncreme im Mund winzig kleine Bläschen, die auf der Zahnoberfläche platzen und Verunreinigungen lösen. Sie können so einfach ausgespült werden. Auf dem Markt erhältlich sind nur wenige Zahnbürsten, die wirklich per Ultraschall arbeiten. Eine davon ist die Emmi-Dental professional von EMAG. Weit häufiger anzutreffen sind Schallzahnbürsten und die klassischen Rotationszahnbürsten. Eine Ultraschallzahnbürste ist besonders geeignet für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch und empfindlichen Zähnen, da keine Reibung an unerwünschten Stellen stattfindet. Zahnärztinnen und Zahnärzte sprechen von einer „abrasionsfreien Entfernung von bakteriellen Zahnbelägen“.

Wie benutze ich eine Ultraschallzahnbürste?

Die besondere Funktionsweise einer Ultraschallzahnbürste hat auch Auswirkungen auf ihre Anwendung. Während andere elektrische Zahnbürsten mit ständigem Kontakt über die Zahnreihen bewegt werden, wird eine Ultraschallzahnbürste einzeln an jeden Zahn gehalten. Das Putzen erfordert damit eine Umgewöhnung und etwas Übung, um keinen Zahn zu übersehen. Insgesamt sind Ultraschallzahnbürsten aber genauso leicht zu bedienen wie andere elektrische Zahnbürsten. Im Vergleich mit Handzahnbürsten ist es mit einer Ultraschallzahnbürste sogar sehr viel einfacher, die optimale Putzwirkung zu erreichen. Ein weiterer Unterschied in der Anwendung: Eine Ultraschallzahnbürste benötigt eine spezielle Zahncreme, mit einer handelsüblichen entstehen nicht die notwendigen Bläschen. Umgekehrt kann Creme für Ultraschallzahnbürsten auch für Schallzahnbürsten verwendet werden. Achten Sie auf den Hinweis „für Ultraschallzahnbürsten“ bzw. „for ultrasonic toothbrushes“.

Was bringt eine Ultraschallzahnbürste?

Ultraschallzahnbürsten haben einen hohen Anschaffungspreis und benötigen eine spezielle Zahncreme, die mehr kostet als eine normale Creme – auch wenn man berücksichtigt, dass sie sparsamer im Gebrauch ist. Ob sich diese Mehrkosten lohnen oder nicht, hängt von individuellen Eigenschaften ab.

Wenn Sie Ihre Zähne halbjährlich kontrollieren sowie regelmäßig von Fachleuten reinigen lassen und keine Auffälligkeiten auftreten, besteht keine gesundheitliche Notwendigkeit, auf eine Ultraschallzahnbürste umzusteigen. Persönliche Vorlieben in der Handhabung und ein mögliches schöneres Gefühl im Mund können natürlich dennoch für die Anschaffung einer Ultraschallzahnbürste sprechen.

Nun gibt es aber auch Personen, die eine erhöhte Zahnsteinbildung aufweisen und häufig Probleme mit dem Zahnfleisch bemerken. Auch Menschen, die eine sehr gute Zahnhygiene betreiben, können davon betroffen sein. Hier bringt eine Ultraschallzahnbürsten Vorteile: Sie reinigen auch an den schwer zu erreichenden Stellen, an denen sich zuerst Zahnstein bildet, und sie stellen durch ihre „nicht abrasive“ Funktionsweise keine Belastung für den Zahnschmelz und das Zahnfleisch dar.

Wie gut sind Ultraschallzahnbürsten bei Zahnstein?

Zahnstein (fachsprachlich Konkremente) entsteht aus Zahnbelag. Idealerweise sollte Zahnbelag entfernt werden, bevor er zu Konkrementen wird und Probleme am Zahnfleisch verursacht. Grundsätzlich sind alle Zahnbürsten in der Lage, Zahnbelag zu entfernen und können damit Zahnstein vorbeugen. Ob das im nötigen Umfang passiert, hängt davon ab, welche Stellen mit der jeweiligen Zahnbürste erreicht werden. Bei einer Handzahnbürste sind dafür die richtig angewendete Putztechnik sowie die Verwendung von Interdentalbürsten und Zahnseide nötig. Elektrische Rotationszahnbürsten wenden automatisch die richtige Putztechnik an, die separate Reinigung der Zahnzwischenräume ist aber immer noch nötig. Mit Schallzahnbürsten sind alle Stellen bereits mit weniger Geschick erreichbar. Damit ist zur Vorbeugung vor Zahnstein nicht zwingend eine Ultraschallzahnbürste notwendig, mit ihr und mit einer Schallzahnbürste ist dieses Ziel aber am zuverlässigsten zu erreichen.

Haben sich bereits Konkremente gebildet – was auch bei regelmäßiger und sehr guter Mundhygiene passieren kann, da sich bei manchen Menschen einfach sehr schnell Zahnstein bildet – können Hand-, Rotations- und Schallzahnbürsten nur noch dafür sorgen, dass die Konkremente nicht mehr oder langsamer wachsen. Ultraschallzahnbürsten hingegen können auch bereits gebildeten Zahnstein reduzieren oder sogar entfernen. Menschen mit geringer Motivation zur sorgfältigen Zahnpflege und Menschen, bei denen Zahnstein überdurchschnittlich schnell wächst, profitieren damit am meisten von einer Ultraschallzahnbürste.

Ultraschallzahnbürsten bei der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest testet regelmäßig elektrische Zahnbürsten und vergleicht die Modelle nach ihrer Reinigungsleistung, ihrer Handhabung und ihrer Haltbarkeit. Unter den getesteten Zahnbürsten finden sich Rotationszahnbürsten und Schallzahnbürsten, aber die Stiftung Warentest hat noch keine Ultraschallzahnbürste getestet. So zeigt sich zwar in den Ergebnissen, dass die Philips Sonicare DiamondClean unter den 2013 bis 2017 getesteten Bürsten die beste elektrische Zahnbürste ist, aber darüber, wie gut eine Ultraschallzahnbürste im Vergleich abschneiden würde, kann nur spekuliert werden.